Maira Bachflue SE-Wand Kiental

Da mir das Berner Oberland sehr am Herzen liegt und noch mehr die Region um das Kiental, wo ich in meiner Kindheit sehr viel Zeit in den Ferien verbracht habe. Das letzte Jahr geteilte Topo der Route Maira an der Bachflue sah vielversprechend aus und war für dieses Jahr ein anvisiertes Ziel. Der kurze Zustieg und die Abseilpiste waren ideal um auch an einem gewittterigen Sommertag die Tour anzugehen. Das Topo versprach knackige Kletterei durchgehend im unteren siebten Franzosengrad in einer stillen Ecke. Gerade das richtige für den Sommerformtest von mir(Guido) und Jan. Um Aspiranten die Route schmackhaft zu machen unser nachfolgende Bericht.

Der Zustieg ist wirklich sehr kurz und die Wand sieht einladend aus. Frohen Mutes gehen wir die Maira an und unsere Blicke wurden stutzig beim Anblick der ersten Länge. Unschöner brüchiger Fels, und so tat das Fixseil seine Dienste. Doch die zweite Länge entschädigte bereits. Powernde technische Kletterei 6c+!, hier ist die Bewertung eher knapp. Dran bleiben!! muss man sich einige male sagen. Schieben, spitz stehen, krallen, schieben, spitz stehen, weiter und kein Ruhepunkt in Sicht nach 12 Metern erst eine gute Stehgelegenheit. SO macht die Route Spass! Doch nach der Knallerstelle in der dritten Länge, welche überraschend schnell gelang, dann wieder ein unschönes Band, welches den Klettergenuss jäh schmälert. Der Aufstieg in der Verschneidung auf die Kerze ist wieder genüsslich. Von da geht es in kleinsplitrigem Fels in einem S mit einem diffizilen Quergang durch die erste steile Wandpassage. Die 7a+ ist hier kurz jedoch brachial. Der Ausstieg zum Stand, da fliegen dann definitiv die Kletterherzen! Leider wieder nicht für lange. In der nächsten Länge gab es Spuren von Übungsabbruch. Auch wir begnügten uns auf Grund des herannahenden Gewitters und dem Gesamteindruck der Route welcher doch eher im unteren Sterne Bereich zu liegen kommt.

Es ist anzumerken dass die Route mit einem Brecheisen geputzt werden müsste und den Gesamteindruck zu verbessern. Somit könnten viele brösmelige und Grasband- Passagen verbessert werden ohne ständiger Gefahr ungewollt aus der Route zu kippen. Die Route ist sehr gut abgesichert. Hat jedoch sehr wenige Wiederholungen. Schade die Wand ist eindrücklich und die Lage sehr idyllisch, jedoch eher für Abenteuerkletterer im gehobenen Grad.

Beim Abseilen beäugten wir das Projekt von Ralf Weber, die Linie zieht durch besseren Fels ist jedoch mit 7c ordentlich schwieriger. Das Topo sowie genaue Details zur Route gibt es auf filidor.ch

Mal schauen ob ich in diesem Jahr noch ein weiteres Projekt im Kiental begehen kann. Info's folgen!