Sportklettern

Oberdörfler Chlus

Der Klettergarten Oberdörfler Chlus ist der Hausklettergarten der Stadtsolothurner. Bereits sehr früh wurden die schroffen Zacken und Grate als Kletterziele entdeckt. Davon besitzt der freistehende Turm des Bubichopf eine sehr grosse Anziehungskraft. Ob JO, Familienausflug, Ausbildungstour, oder einfach als schönes Tourenziel, für viele Seilschaften ist das beklettern des luftigen Turm's mit der knatternden Fahne ein grosses Erlebnis. Nicht vor langer Zeit wurden die verschiedenen Wände der Oberdörflcher Chlus durch viele nationale Klettergrössen besucht. Martin Brunner war seit den frühen 80-er Jahren treibende Kraft beim Eröffnen von neuen Routen. Als Kletterpionir konnte er keinen geringeren als Kurt Albert für einen Besuch gewinnen. Doch dieser rümpfte mehr die Nase als glänzte mit Tatendrang.

Die vielen isoliert liegenden Wände in der Chlus benötigen zum Teil einen guten Orentierungsssinn und starke Waden. Beim ersten Durchblättern des Kletterführers macht sich vielleicht einwenig ein wenig Orientierungslosigkeit breit. Doch wer die verschiedenen Wände einmal beklettert hat der weiss um deren Qualität.
Zudem wurden von der IG Jura Südfuss in den letzten Jahren viel Zeit in die Sanierung der Routen und Standplätze investiert. Die nun auch zahlreichen Fixseilen helfen beim Zustieg.
Wer neben dem Normalanstieg der Südwand auf den Bubichopf weitere Routen kletten möchte der findet mit dem Westgrat eine weitere schöne Route. Die letze Seillänge 6a kann gut mit zwei pa geklettert werden oder vor den Hauptschwieirigkeiten kann im 4.Schwierigkeitsgrad zur Südwand gequert werden.

Wer neben dem Westgrat eine weitere lange Kletterroute absolvieren möchte dem sei das Enchainement Integral empfohlen. Leider ging das im Originalkletterführer Oberdörfler Chlus von Pepo Kissling präsentierte Enchainement Integral zunehmend in Vergessenheit. Jedoch reiht dieses einige der schönsten Routen der Oberdörer Chlus aneinander. Um dieses Enchainement zu geniessen sollte der Schwierigkeitsgrad 6a+ mit Reserve beherrscht werden. Dazwischen müssen auch einige Gehpassagen absolviert werden.

Das Enchainement Integral setzt sich zusammen aus:

- Martipfeiler 6a+
- Oberdörfler Chlus 6a+
- Briefkasten 5c+

Wer noch nicht genug hat hängt noch die Spätlese 6a+ an der Zwischenfluh an! Eine Traumroute in Traumfels. Vielleicht die beste Route in Oberdorf. Es gibt noch weitere wenig bekannte Perlen zu entdecken!

Foto von Guido Ammon (13)IMG_20210418_1156316IMG_20210418_1233545

Neue Kletterrouten in der Klus/Balsthal

Nun ist es da! Das Topo des neuen Sektor Odeon in der Klus/Balsthal. Einige neue steile Routen wurden im Felsband unterhalb des Westpfeiler eröffnet.
Wie immer in neuen Routen Vorsicht vor losen Steinen. Die Routen wurden so gut es geht intensiv geputzt. Helft mit den Wandfuss bequem herzurichten. Trockenmauern erstellen gegen die Erosion.
Merci und viel Spass beim klettern!

Das Topo ist hier.

Topo-Sektor-Odeon-Klus-1Topo-Sektor-Odeon-Klus-2

Es gibt noch weitere neue Routen ganz links im Neuen Klettergarten. Noch ohne Topo.
Da ich diese euch nicht vorenthalten möchte, hier als exklusive Vorabinfo, da diese neuen Routen zum besten gehören was ich je eingebohrt habe!

Links von Goldmarie, hinter dem Haselstrauch:
- Le perroquet vert 5b bis zum Kettenstand 15m 6 Bh
- Verlängerung von Le perroquet vert auf das Band A tout coeur 5c+ Abseilen am Baum 30m 9Bh
- Weiter links Voie Berhault 7b+ 20m 9Bh gerade über den kleinen Überhang.
- Gattaca 6a+ Gleicher Einstieg jedoch vor dem Überhang links der Verschneidung folgen, gleicher Stand wie Voie Berhault

Einem schönen Sommer steht nicht's mehr im Weg! Viel Spass beim klettern!

Osterstau und Rücksichtsvolles Klettern

Liebe Kletterer,
mit diesen Worten sind meist Hinweise in den Klettergebieten an euch adressiert. Die meisten Regelungen sind keine Verbote sondern Hinweise auf korrektes Verhalten, welches leider hie und da vergessen gegangen ist. Doch in Coronazeiten ist gerade mit den Reisebeschränkungen über die Osterfeiertage die Gefahr der Überbelastung in regional populären Klettergebieten sehr gross.
Die Sensibilisierung über die Reiseplanung kann euch schmackhaft gemacht werden mit dem vorstellen von einigen weniger bekannten aber nicht minder interessanten Kletterregionen der Schweiz.

Für durchgekletterte Finger und schöne Routen und Ausblicke ist gesorgt! Eine Liste mit weniger bekannten Kletterregionen innerhalb der Schweiz folgt untenstehend:
Dazwischen als Gedankenstütze was letztes Jahr geschah und sich nicht wiederholen darf! Bitte helft mit euren Kletterausflug entsprechend zu planen und die gültigen Regelungen und korrektes Verhalten einzuhalten. Fehlbare Personen sind darauf hinzuweisen. Merci!
So gab es letztes Jahr gerade auf dem Parkplatz des Klettergebiet Rüttelhorn im Berner Jura oberhalb Wiedlisbach massive Missachtung von Grundregeln. Es waren dabei nicht nur Kletterer welche es sich über mehrere Tage auf dem Parkplatz unterhalb des Klettergebietes gemütlich gemacht haben mit Campern. Der Parkplatz war bereits sehr früh überfüllt, so begannen die weiteren Anreisenden ihre Autos auf sämtlichen Ausweichstellen und privaten Zufahrten zu parkieren. Zu allem übel ging die Missachtung von privatem Land soweit das darauf Müll und die Notdurft hinterlassen wurde.
Dies führte zu einer Eskalation auf Stufe Gemeinderat und die Frage nach einer Schliessung des Klettergebietes wurde laut! Aktuell bleibt eine Kletterverzicht im Klettersektor Parkplatz des Klettergebietes Bettlerküche die einzige Einschränkung! Doch die Situation ist angespannt!
Beim parken und campen sollte grösste Zurückhaltung gelten. Eintrag auf der Ig Klettern Jurasüdfuss Seite
https://www.ig-klettern-jurasuedfuss.ch/bettlerk%C3%BCche-klettern-unter...

Und hier einige Kletterregionen welche eher unbekannt sind und dennoch viele lohnende Routen bieten.

Damit werden häufig besuchte Ziele entlastet und neue Kletterziele entdeckt.

Region Brig mit vielen kleinen Klettergärten abseits der bekannten Klettergärten Baji, Trämul.

Reusstal Wer kennt die Urklettergebiete Rynacht und Wijer-Erstfeld? Daneben gibt es noch lohnende Mehrseillängenrouten rund um Gurtnellen. Kalk und Gneis im Urnerland.

Parler vous français? Im Neuenburger Jura gibt es mit dem neuen SAC Führer viele stille Gebiete welche in nicht's dem Superfels in Frankreich nachstehen. Anstatt Pastis gibt es Absinth!
Bitte verdünnen!

Sarganserland. Rund um Bad Ragaz gibt es viele Routen in zum Teil kleinen versteckten Klettergärten. Evtl.liegen bereits einige Mehrseillängenrouten in Talnähe drin.

Im Unterwallis rund um Martigny gibt es ebenfalls weitere Toprouten!

Und wer gerne Bouldern geht der findet im Mattertal so viele Boulder das die Ostern gleich bis zur Weihnacht reichen dürften.

Viel Spass und bitte gebt Rücksicht auf Eigentum, Besitz und die Natur.

Heimtraining

Wieder ist es soweit, überall sind die Kletterhallen für mindestens einen Monat geschlossen.
Unser Herz blutet. Dieses Mal ist es weniger dramatisch, da die trainingsfreie Zeit auf die Festtage fällt, wo sowieso viele eine Pause einlegen.
Doch eben, im Januar möchten wir den Winterspeck wieder loswerden und uns für den Frühling in Form klettern.
Nachfolgend eine Anleitung welche mir (Guido Ammon) während all den Jahren erlaubte auch ohne den Besuch von Kletterhallen, mein Niveau von 7a konstant zu halten.
Hierzu benötigen wir ein Griffbrett, kann auch selber gemacht sein, siehe Foto, und eine kleine Yoga - oder Campingmatte und eine ruhige Ecke.

Das wichtigste ist dabei die Regelmässigkeit z.Bsp. einmal die Woche 3 Sätze für ein Niveau von 7a. Hier nun eine oder 2x die Woche 4 Sätze für ein Niveau von 7b-7c mit zusätzlichen Griffübungen.
Dabei trainieren wir die Griffkraft am Griffbrett sowie die Athletik.
Hier trainieren wir die Körperspannung, Kraft und auch die Antagonisten. Dabei ist wichtig die Übungen aufgewärmt auszuführen und nicht zu forcieren, da dies zu Verspannungen führen kann. Dies ist mit allen mitteln zu vermeiden. Solange wir uns gut fühlen können wir die Wiederholungen/Sätze/Häufigkeit auf 2xwöchentlich im Verlauf der Wochen steigern.
Dehnen gehört nach dem Heimtraining oder isoliert an einem anderen Tag immer dazu.
Ein Ablauf kann z.Bsp. so aussehen. Weitere Übungen können hinzugefügt, ausgelassen werden je nach persönlichem empfinden.

Einen Trainingssatz für 7a:
40x Bauchmuskelspannen (Auf dem Bauch liegend, auf den Ellbogen angewinkelt abstützen, Beine abwechselnd anheben)
15x Seitstütz je Seite
25x Auf – und Abrollen der Wirbelsäule (auf allen vieren)
4x12 sec Hängen an kleiner Leiste (hängende Finger)
4x24 Kletterzüge (mit Beinen am Boden aufgelegt, nicht belastet. Volles Körpergewicht auf den Griffen, hängende Finger.)
25x Aus der Hocke, Beine durchdrücken und aufstehen
4-7x Klimmzüge an Sloppers oder Leiste 20mm (wenn zu streng, Beine abgestellt jedoch passiv)
30x Rücken (Auf den Knie, Hände am Boden, abwechselnd linker Fuss, rechter Arm / rechter Fuss, linker Arm ausstrecken)
15x Schulterblatt (Zwei Fusslängen von der Wand weg stehen, Schulter an der Wand. Mit den Ellbogen herausdrücken)

Viele Übungen können weiter individuell zusammengestellt werden. In den guten Trainingsbüchern sind viele der gängigen Übungen aufgezeigt. Selbstverständlich ist ein solches Training eine Notlösung. Jedoch hilft diese das Niveau zu halten. Das beste und schönste Training ist weiter jenes welches wir am meisten vermissen: an der Kletterwand.
Doch in der Zwischenzeit müssen wir uns mit dem Heimtraining begnügen.
Und wenn die Kletterhallen wieder öffnen gilt es schön flüssig viele Routen zu klettern. Dabei gilt dem Augenmerk, die selben Routen 2-3 in einer Session zu klettern. Damit viele Meter die Muskeln beanspruchen und die Bewegungskoordination verfeinert werden.

Gute Gesundheit und viel Spass beim Heimtraining!

Geissstock am Gross Mythen - Auf Entdeckungsreise

Wie lange habe ich den Plan die Südostwand des Geissstock am Grossen Mythen zu durchsteigen schon mit mir herumgetragen. So scheiterte ein Versuch in sehr jugendlichen Jahren bereits bei Schnupf und Bier am Vorabend in der Stammbeiz des Turnverein aus Rickenbach.
Am nächsten Tag stand die Sonne bereits hoch und der Klettergarten war die einzige erreichbare Variante.
Viele Jahre später im besten Kletteralter, jedoch an einem ganz seltsamen Tag wo der Kopf und die Glieder irgendwie auf rebellisch stellen, ohne irgend welche Substanzen, verzichteten wir (Guido und Jan) auf grosse Abenteuer und wählten eine light Variante um das herbeigesehnte Kletterziel vollumfänglich zu geniessen.
Wir entschlossen uns für eine Routenkombination, SE-Grat des Adlerspitzli 3 und im Anschluss die vier obersten Seillängen der Yehudi 6c+ (6b+ obl.).

Das Wetter war wunderbar, jedoch die Tage Mitte November bereits ordentlich kurz.
Der Zustieg ist sehr kurzweilig und dank den guten Wegspuren leicht zu finden. Bis auf den Anseilplatz zum SE-Grat des Adlerspitzli ist der Zustiegsweg wenig ausgesetzt, jedoch bei Schnee eher nicht empfehlenswert.

Die Kletterei am SE-Grat war luftig und genüsslich, so hoch über dem Nebelmeer.
Die Route Yehudi bot eine eindrückliche Linie durch die obere steile Geissstock Südwand. So wechselt der Charakter und der Schwierigkeitsgrad abrupt. Gleich in der ersten Länge 6a+ ab dem Band gilt es klaren Kopf zu bewahren, denn gibt es doch einige wacklige Züge über eher wackligen Keilen und Friend's. Die weiteren Längen sind bedeutend besser abgesichert, der Weiterweg nicht immer trivial. Auch sind die Bohrhaken zum Teil sehr seltsam platziert, daher gilt unbedingt Express verlängern um Seilzug zu vermeiden. Die letzte Seillänge wartet mit einer harten Boulderstelle an einem runden Felsbauch auf und mit einem Ausstieg wo in brüchigem und grasigem Gelände kurz vorsichtig durchgestiegen werden muss.

Fazit: Schöne Route welche jedoch einige Makel hat. Ausblick, Umgebung top, Fels über weite Strecken super und abwechslungsreiche Kletterei. Route verdient eine saubere Sanierung damit Routenfindung besser zu finden ist, Seilzug reduziert wird. Auch dürften so einige brüchige Stellen definitiv geputzt werden, es fehlt so wenig damit die Route top solide daher kommt.
Ich werde gerne wieder an diesem wunderschönen Ort klettern gehen. Toprouten gibt es. Solange die Routen nicht im Schweiz extrem Ost erscheinen bleiben sie auch noch ein Geheimtipp;)

Hier einige fotografische Eindrücke.

Climbing area MythenGeissstock South FaceDSC00293Beautiful weather!Nice airy easy access. Soul moves!Access to the ledge. RuchenbandView from the ledge to the AdlerspitzliJan in the second pitch 6b+ from the ledge in YehudiJan in the third pitch 6b+ from the ledge in YehudiDSC00700

Zauberwäldli Habkern

Für alle welche neben den bekannten Gebieten rund um Interlaken etwas ruhiges und auch schattigeres Suchen werden mit dem Zauberwäldli bei Habkern glücklich. Steile, pumpige Kletterei in Quarzsandstein ähnlicher Felsstruktur. Sauber und ohne Betaspuren.

Achtung: Zugang im Führer Extrem West falsch angegeben. Wurde an Sandro von Känel gemeldet.

Zugangstopo korrigiert hier.

Zugang Zauberwäldli Kopie

Königspfeiler am Schibengütsch Schrattenflue

Auf Grund der Empfehlung des Bundesrates im Zusammenhang mit der Coronavirus Pandemie sich nur in dringend notwendigen Fällen das Haus zu verlassen und auf grössere Ausflüge zu verzichten, wählte ich Guido und Jan eine Mehrseillängenroute unweit von zu Hause und abseits der grossen bekannten Klettergebiete. Die Tour unternahmen wir Anfang April. Es war auch unsere einzige Tour während dem Lockdown. So sind wir wieder froh wieder klettern zu gehen.

Ganz spontan einigten wir uns auf eine abgelegene Tour im Emmental-Entlebuch. Auf Grund meiner wiederholten Schmerzen in der Schulter waren wir eingeschränkt bei der Tourenauswahl. Da 6c auch in den hoffnungslosesten Lebenslagen geht, wählten wir den Königspfeiler am Schibengütsch/Schrattenflue.
Die Mehrseillängenroute wurde denke ich trotz der Erwähnung im Kletterführer Zentralschweizer Voralpen Südwest von vielen Kletternden einfach links liegen gelassen, da diese Ecke einfach sehr abseits von den bekannten Kletterzielen ist.
Doch wer den Königspfeiler als Kletterziel auswählt wird begeistert sein. Da ist einmal die wundervolle Weitsicht und Exponiertheit hoch über den steilen Grasflanken. Die Route selber ist steil und grossgriffig mit einigen zwingenden kleingriffigen, plattigen Stellen. Heikle Aufsteller würzen die pumpige Kletterei. Die Kletterei ist vor allem in den vier unteren Seillängen zeitgemäss abgesichert, danach wird es ein wenig wilder. Jedoch immer genügend abgesichert. Es stecken dann viele alte Schlaghaken und hie und da ein neuer Bohrhaken. Zwei Friends, Grössen 0,5 und 1, leisten wenn es allzu weit wird gute Dienste, vor allem im einfacheren Gelände.
Die Schwierigkeitsangaben sind sehr sportlich, schon die erste Länge, 5c verlangt ordentliches zugreifen. Oben ist die sechste Länge deutlich schwieriger als 6a+. Die 3. und 4. Länge können ohne Probleme in einer Länge geklettert werden und pumpen wie in der Kletterhalle! Der angegebene Grad 6c sollte daher mit Reserve beherrscht werden.

Wir hatten auf alle Fälle nicht erwartet wie toll eine solche unbekannte Route ist. Und so hat der Lockdown auch die guten Seite und wir lernen unsere Berge der nahen Umgebung besser kennen. Wir empfehlen die Route wärmstens. Wichtig ist den Zustieg von Sörenberg aus zu wählen. Der Aufstieg von Gärtlen ist sehr steil, komplett weglos und ausgesetzt. Die richtige Routenwahl ist nicht offensichtlich und der Zustieg und Abstieg keinesfalls kürzer.

Hier noch einige Schnappschüsse:

Very steep accessVery steep accessIMG_20200412_1213581Jan leading on tje first pitch 5cReady? First pitch 5c?The last difficult pitch, the longest and most difficult!Walking downDescent through the tunnel

Diese Region weisst noch weitere Geheimnisse auf. Bis bald!

Wenden Gran Paradiso zu Recht ausgenagelt

Eine unrühmliche Erstbegehung welche so zu recht keinen Platz hat. Ausgenagelt und vergessen ist die richtige Konsequenz.
Bereits bei der Verkündung der Erstbegehung durch ein deutsches Trio zu Beginn Oktober 2019 in den Medien wurde man stutzig. Gran Paradiso 7 Seillängen 6c+, 8a+, 8b, 8c, 8a+, 8b, 7b+. Links neben Zahir, im Sektor Dom. In einem Jahr eine solche Tour von unten einzubohren, und noch rotpunkt zu klettern eine Leistung welche doch etwas mehr als nur einen knappen Medienbericht erfordert. Zudem in den Wenden. Dieser geschichtsträchtige Ort, wo noch heute gewisse Routen den Weg in einen Kletterführer nie gefunden haben. Die Wiederholer auf den Spuren der Erstbegeher wandeln. Von jedem Haken wegzuklettern in den Ozean aus perfektem Kalk. Die Freiheit zu spüren, die Leichtigkeit, so wie der Erstbegeher die selbe Anspannung fand bis zum nächsten Haken. Jeden Meter muss sicher geklettert werden. Freikettern in perfekten Routen welche im Einklang einhergehen mit Stil und Geschichte. Respekt vor dem Berg, dem sauberen Stil.

So ist es nur richtig wurden die Haken aus Gran Paradiso von Yannick Glatthard und Michal Pitelka entfernt. Laut Mitteilung der beiden wurden die Haken mit Hilfe einer 8mm-Lochreihe angebracht. und nicht in freier Kletterei! Eine Erstbegehung im Artifstil. Die Route ist weiter sehr nahe an der Zahir gelegen und endet willkürlich in der Mitte der Wand.
Dieses hochbohren kann niemals toleriert werden! Danke jedem einzelnen für den sauberen Stil anzukämpfen!

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Nachruf Bernd Rathmayer

Traurig erreicht uns die Nachricht über den Tod von Bernd Rathmayer.
Er ist am 19.09.2019 nach langer mit viel Geduld und Optimismus ertragener Krankheit verstorben.
Bernd hinterlässt in seinem Familienkreis eine grosse Lücke. Wir drücken unser Beileid aus.

Für die meisten Kletternden war die Leistung von Bernd, in frühen Jahren untrennbar mit Reto Ruhstaller, danach mit vielen wechselnden Partnern, eine für viele nicht nachvollziehbare, denn die Schwierigkeiten lagen in einem nur einer Handvoll verlesener Spitzenathleten zugänglichem Grad.
Schon früh wiederholte er schwierige alpine Sportkletterklassiker und legte selber Hand an. Die Linien welche Bernd zog waren seit Martin Scheel in den 80'er Jahren die von Schönheit, Kühnheit und Absicherungsstandart die Herausragendsten.

Weit über die Schweizer Grenze hinaus sind Routen wie Deep Blue See 7b+ und Tsunami 7b+ Meilenstein der alpinen Sportkletterei. Wo Eleganz und Freikletterei ein perfektes Zusammenspiel finden.
Bernd hat weitere alpine Sportklettereien im Berner Oberland, der Zentralschweiz eröffnet. Auch im Mixed - und Eisklettern war er stark unterwegs.

Es fehlen die Worte um die Momente, Erlebnisse zu beschreiben die Du uns mit diesen fantastischen Routen schenkst. Du wirst immer bei uns sein.

Plaisir in Innerüschenen

Ein kurzer müdigkeitsbedingter Abstecher ans Schwarzgrätli lies unsere geschundenen Arbeitsseelen baumeln lassen. Jan und Guido. Rückblickend die richtige Wahl!
Ohne knappe Zeitplanung und mit viel Reserve nahmen wir den Schwarzgrätlipfeiler in Angriff. Route Edelweiss. Der angenehme kurzweilige Zustieg, schlussendlich doch 1h15' Fussmarsch, lies uns nicht Zweifeln das wir in guter Gesellschaft sein werden. So ist die klassische Schwarzgrätli Route auch diesentags gut besucht. Wir entscheiden uns für die Edelweiss. Eine nicht minderschöne Kletterroute. Zudem ist die erste Seillänge mit 55m sehr lang und auch die schwierigste für die Vorsteigermoral! Danach kommt nur noch Genuss pur!
Die Augen beginnen zu leuchten und die Hände greifen höher und höher in der tollen Route.
Darf es bitte mehr sein! In diesem verflixten Kletterjahr welches gespickt ist durch zu lange und anstrengende Arbeitswochen. Und dann und wann wieder verderberische Gewittereinlagen im genau entscheidenden Moment. Dafür haben wir eine neue ideale Naherholungsecke gefunden mit den Klettereien im Innerüschenen. Kleine Wandeinblicke in der Fotogallerie. Wir werden diese Ecke wieder Besuchen kommen!

Die Fotos stammen von unserem Besuch Mitte August.

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